Materialien im Bootsbau

Wissenswertes zu Kunststoff / GFK, Holz, Aluminium und Stahl im Bootsbau

Lack könnte man beschreiben als: „Mischung aus verschiedenen chemischen und natürlichen Substanzen, die, aufgebracht auf einem Substrat, einen anhaltenden und widerstandsfähigen Film ergeben, der den Untergrund schützt und die ästhetischen Eigenschaften eines Produktes verändert.“

Es ist allerdings nicht möglich in wenigen Worten zu beschreiben, wie Lackierarbeiten an Booten auszuführen sind. Dies ist stark abhängig vom Zustand des Objektes, eventueller Schäden sowie dem vorhandenen Lackaufbau. Zudem wird die Beschichtung durch Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Schichtstärke beeinflusst. Wir empfehlen daher, die technischen Anleitungen der Produkte und Systeme gründlich zu studieren und unseren Empfehlungen zu folgen. Grundsätzlich muss die zu lackierende Fläche immer sauber, trocken, fett- und rostfrei sein und sollte gemäß den Empfehlungen angeschliffen werden. Eventuell müssen die vorhandenen Schichten sogar komplett entfernt werden.

Kunststoff / GFK

Kunststoffe, CFK und GFK sind die am häufigsten verwendeten Materialien im Bootsbau. Allerdings können, z.B. durch das Herauslösen aus der Herstellungsform, minimale Schäden an der Oberfläche vorhanden sein. Diese sind oft nicht direkt erkennbar und führen manchmal erst nach Jahren zu Problemen. Die größten Probleme stellen dabei Osmose (hauptsächlich in Bereichen unter Wasser) und Cracking (Rissbildung im Gelcoat) dar, hervorgerufen durch Alterung oder Versteifung.

Osmose-Schutz wird hauptsächlich durch Epoxy-Produkte erreicht, die den Rumpf am besten gegen Feuchtigkeit schützen.  Mit Antifouling oder Lacken kann im Anschluss der Schutz des Bootes wieder hergestellt werden. Die richtigen Produkte zur Osmose-Prävention und Osmose-Beseitigung sowie alle Materialien zur Neulackierung von Yachten und Booten aus Kunststoff – in hunderten von glänzenden Farbtönen – sind bei NautiCare erhältlich.

Holz

Auch heute ist Holz aufgrund seiner natürlichen, unerreichten Eleganz noch ein wichtiger Faktor im Bootsbau, z.B. für Boots-Decks und bei historischen Booten. Ein Naturprodukt, das sich u.a. durch Pilzbefall zersetzen kann (Holzrott). Mit der richtigen Behandlung lässt sich dies verhindern.

Für eine Beschichtung darf Holz eine Restfeuchte von maximal 15% besitzen. Es gibt zwei Beschichtungs-Varianten: 1-Komponenten-Lacke (einfache Verarbeitung) und 2-Komponenten-Lacke. 2K-Produkte besitzen eine bessere Widerstandskraft und längere Haltbarkeit, erfordern jedoch Kenntnisse bei der Vorbereitung und Applikation. Eine pigmentierte (farbige) oder transparente Beschichtung ist möglich.

Aluminium

Bei Aluminium ist die Vorbehandlung extrem wichtig. Aluminium oxidiert sehr schnell und bildet eine transparente Schutzschicht. Es widersteht Korrosion, darf aber keinesfalls mit anderen Metallen wie Stahl oder Kupfer in Kontakt kommen. Dies würde die Oxidation fortschreiten lassen – bis hin zur Zerstörung des Aluminiums.

Vor der Beschichtung muss Aluminium sehr gründlich gereinigt und entfettet werden. Es dürfen keine Oxidationsreste mehr auf der Oberfläche vorhanden sein. Idealerweise wird die Oberfläche durch grobes Schleifen oder feines Sandstrahlen vorbereitet.

Um erneute Oxidation zu vermeiden, sollte nach der Reinigung sofort die erste Schicht des Lacksystems aufgetragen werden. Hierzu wird ein spezieller Primer eingesetzt. Über Wasser kann der Primer, nach einer eventuellen Isolierung, mit einer PU-Grundierung  überlackiert werden. Unter Wasser muss eine zusätzliche Schutzschicht aufgetragen werden um Oxidation zu vermeiden. Die Schichtstärke muss mindestens 300-400 Mikrometer betragen, um das Aluminium durch eine Barriere vor der Berührung mit Wasser zu schützen. Im Anschluss sollte ein geeignetes, kupferfreies Antifouling aufgetragen werden.

Stahl

Bevor mit dem Lackaufbau begonnen wird, muss die Oberfläche sehr gründlich von allen Resten, wie Altbeschichtung, Rost, Hammerschlag und Schmutz, befreit werden.

Die Entfernung von Hand bringt dabei nicht immer die erforderlichen Ergebnisse, da keinerlei Rückstände auf der Oberfläche verbleiben dürfen. Selbst minimale Rost-Reste verbreiten sich unter der Lackierung weiter und führen nach relativ kurzer Zeit zu Abplatzungen und Beschädigungen der schützenden Lackschicht. Die einzig sichere Methode ist Sandstrahlen mit SA 2 ½ und anschließender, sofortiger Reinigung plus Auftragen der ersten Schutzschicht mit Epoxyprimer.

Nach dem eventuellen Auftrag einer Zwischenschicht mit PU-Primer, ist über der Wasserlinie die Lackierung mit allen üblichen 1K- und 2K-Decklacken möglich. Unter Wasser sollte in jedem Fall eine zusätzliche Barriere mit einem Epoxyfüller aufgetragen werden, bevor mit Antifouling abgeschlossen wird.

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